Presseartikel aus dem Jahr 2009:

Rheinzeitung Freitag, 26.06.2009

Freibad Alf bangt weiter um Zukunft

Derzeit herrscht ausgelassener Badebetrieb, nur: Es darf nichts Größeres kaputtgehen – Anlage muss dringend saniert werden

Idyllisch und wunderbar lässt sich der Sommer im Freibad Arrastal genießen. Doch immer wieder stellt sich die Frage: Wird es das Bad in der nächsten Saison noch geben? Die Zukunft der Anlage ist ungewiss, denn sie ist dringend sanierungsbedürftig.

ALF. Oben ausgelassen planschende Kinder, ihre Bahnen ziehende Erwachsene, unten und an den Beckenrändern abfallende Fliesen, marode Rohrleitungs- und altersschwache Pumpensysteme, immer wieder Wasserverluste durch Undichtigkeiten. Angesichts des sommerlichen Freibadwetters ruft sich das idyllische Freibad Arrastal in Alf in Erinnerung, dessen Zukunft nach wie vor ungewiss ist. Die 28 Jahre alte Anlage ist dringend sanierungsbedürftig. Doch der Förderverein, der das Bad seit 2004 betreibt, kann die nie und nimmer stemmen. Seine 212 Mitglieder opfern sich ohnehin schon in Zigtausenden von Arbeitsstunden auf, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Der harte Winter hat voll zugeschlagen und sichtbare Schäden in der Anlage hinterlassen. Im März und April haben die Fördervereinsmitglieder gebaggert, geschaufelt, geflickt, neu installiert und ausgebessert. Wehe aber, wenn etwas Größeres kaputtgeht, etwa eine der Pumpen. Das kann der Förderverein auch nicht alleine finanzieren. Doch kann das die Dauerlösung sein? Das Land würde die Sanierungskosten von rund zwei Millionen Euro ja bezuschussen, macht dies aber von der Zusammenarbeit der umliegenden Ortsgemeinden abhängig. Doch die kam nicht zustande, weil wegen leerer Kassen nicht alle mitmachen wollen oder können (die RZ berichtete). „Wir brauchen aber Perspektiven. Wenn man das Bad sterben lässt, ist ja all unser ehrenamtliches Engagement, sind Zigtausende von Arbeitsstunden völlig umsonst“, appelliert Fördervereinskassierer Wolfgang Hönnicke. Die Sanierung sei unaufschiebbar, irgendwann kann man eben nicht mehr improvisieren. „Wir müssen allmählich mal wissen, ob es weitergeht.“ Er findet, dass die VG Zell Träger und Betreiber des Bades werden muss. „Alles andere ist illusorisch.“ Und die Fördervereins-Vorsitzende und Alfer Noch-Ortsbürgermeisterin Mechthild Esser befindet: „Die betreffenden Dörfer sollten es sich erneut überlegen. Auch die Stadt Zell sollte das Bad noch mal auf die Tagesordnung setzen.“ Bürgermeister Karl Heinz Simon lobt das Engagement des Fördervereins und alle, die ihn unterstützen. „Ohne sie gebe es das Bad längst nicht mehr.“ Doch auch er sieht die Zukunft „problematisch“, hat aber einen gewissen Hoffnungsschimmer: „In der neuen Wahlperiode mit neu zusammengesetzten Räten und Gremien könnte es ja zu einer Meinungsänderung kommen und dass man sich doch noch entschließt, gemeinsame Sache zu machen, um das Bad zu retten.“

Doch es gibt auch Lichtblicke: Zufällig schaute gestern Lotto-Rheinland-Pfalz-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler vorbei und übergab dem Förderverein 1000 Euro für den gerade gekauften Aufsitzrasenmäher. Und er gab die Zusage für ein Benefizkonzert mit den Mainzer Hofsängern zugunsten des Vereins und damit für die Zukunft eines der schönsten Freibäder weit und breit.

Jochen Dietz