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Bad ums Überleben. Die Gemeinde hat
kein Geld mehr, sie kann die alljährlichen Verluste nicht mehr
stemmen.
Hinzu kommt, dass das in die Jahre
gekommene Schwimmbad dringend grundsaniert werden muß. Die Gebäude
sind noch einigermaßen in Ordnung, aber die Technik mit den
Pumpen, Leitungen und der Wasseraufbereitungsanlage muss erneuert
werden. Diese Investition dürfte leicht eine Million Euro
überschreiten.
Dass das Bad überhaupt noch
betrieben wird, verdankt es vor allem dem Förderverein, der,
nachdem das Bad vor dem Aus stand, im Mai 2002 gegründet wurde.
Rund 200 Mitglieder hat der Verein inzwischen. Er kümmert sich
unter anderem um den täglichen Betrieb, bringt das Bad vor jeder
Saison in Schuss, pflegt die Anlagen, stellt Personal und sammelt
Spenden. Für den Erhalt des Bades kämpft auch die Verbandsgemeinde
Zell, die Jahr für Jahr Zuschüsse zahlt. Ebenso die
Mosel-Nachbargemeinden Neef, St. Aldegund, Bullay, Zell und
Pünderich. Allein Briedel weigerte sich bislang, seine
Gemeindekasse fürs Alfer Freibad zu öffnen.
Doch in Alf weiss jeder, dass das
Freibad nur dann eine Zukunft hat, wenn das Land einen kräftigen
Zuschuss für die notwendige Sanierung zahlt. In Kröv, dessen
Freibad ebenfalls saniert werden muss, hat das seinerzeit
geklappt. Das Innenministerium fördert die rund 1,5 Millionen
teure Maßnahme aus einem neuen Strukturprogramm, das speziell für
die Erhaltung der Freibäder im Land aufgelegt wurde. Die Sanierung
beginnt noch in diesem Jahr. Der Zeller Verbandsgemeinde-Chef
Karl-Heinz Simon ist schon mehrmals in Mainz vorstellig geworden.
Dort hat man für das Jahr 2007 eine Förderung in Aussicht
gestellt.
Alle, die für den Erhalt des Alfer
Freibades kämpfen, hoffen nun auf eine Zusage aus Mainz. Deshalb
ist der kommende Freitag von großer Bedeutung. Dann kommt
Innenminister Karl Peter Bruch nach Alf, um sich die überörtlich
bedeutende Freizeiteinrichtung anzuschauen. Bruch wird am Freitag
wohl kaum einen Scheck mitbringen, aber die Alfer hoffen, dass er
die Bedeutung des Freibades für das Zeller Land erkennt und dies
bei seiner Entscheidung berücksichtigt.
Unterdessen gibt es in Alf
Überlegungen, das beheizte Freibad in ein Naturbad umzuwandeln.
Das wäre günstiger, sowohl was die Grundsanierung angeht, als auch
mit Blick auf die Betriebskosten. Am Samstag nächster Woche wird
Verbandsbürgermeister Simon zusammen mit einer Delegation nach
Idar-Oberstein fahren, um sich das dortige Naturbad anzuschauen.
Doch die Moselaner werden wohl kaum begeistert sein. Das
Idar-Obersteiner Naturbad musste in diesem Jahr mitten in der
Saison für mehrere Wochen geschlossen werden. Grund: Im Wasser
wurden zu hohe Werte des Bakteriums Pseudomonas festgestellt.
Pseudomonas kann bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist,
Infektionen von Wunden, Atem- und Harnwegen, Lungenentzündungen
sowie Sepsis- und Herzerkrankungen verursachen.
Während die Alfer
Ortsbürgermeisterin Mechthild Esser sich durchaus mit dem Gedanken
eines Naturbades anfreunden kann, ist Wolfgang Hönnicke vom
geschäftsführenden Vorstand des "Fördervereins Freibad Arrastal"
klar gegen eine solche Lösung: "Davon halte ich nichts. Das
Beispiel Idar-Oberstein zeigt, dass es nicht funktioniert."
joa/noj. |