Presseartikel aus dem Jahr 2006:

Rheinzeitung Mittwoch, 14.06.2006

25 Jahre Wasserspaß im Arrastal

Alf feierte Vierteljahrhundert Freibad mit Tag der offenen Tür - Bad überlebte nur dank des engagierten Fördervereins

Mit einem Tag der offenen Tür feierte Alf das 25-jährige Bestehen des Freibades Arrastal mit einem abwechslungsreichen Programm. Und das Jubiläum ist umso erfreulicher, weil die Zukunft des Bades vor nicht allzu langer Zeit noch sehr ungewiss war.

ALF. Als im Jahre 1981 das Alfer Freibad erstmals seine Pforten öffnete, gab es Freude und Skepsis gleichermaßen. Die Befürworter sahen in dem Bad nicht nur eine immense Bereicherung des Freizeitangebotes für die gesamte Region, sie waren auch stolz, die Anlage aus Steuereinnahmen der Gemeinde eigenhändig finanziert zu haben.

 

Ehrengäste und die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden feierten gemeinsam mit den Alfer Weinmajetäten das 25-jährige Bestehen des Freibades Arrastal. Foto: Hans Uhrmacher

Die Skeptiker hegten vor 25 Jahren zunächst nur Bedenken am Standort. "Wie kann man da ein Schwimmbad hinbauen, da scheint ja keine Sonne", war ein viel zitierter Satz.

 

Immer mehr Besucher

Die Akzeptanz des Bades und die Besucherzahlen nahmen im Laufe der Jahre jedoch stetig zu. Das Bad hat sich zu einer festen Institution im Zeller Land entwickelt. Das Einzugsgebiet reicht weit über die Grenzen der Verbandsgemeinde Zell hinaus. Die durchschnittlich 20.000 Besucher pro Jahr sprechen für sich. Im Jahrhundertsommer des Jahres 2003 zählte das Bad sogar weit über 40.000 Gäste.

Obwohl die Besucherzahlen konstant blieben, ist der Betrieb des Freibades in Frage gestellt. Die Steuerquellen der Gemeinde Alf sind inzwischen versiegt. Die Gemeinde kann die alleinigen Unterhaltskosten des Bades nicht mehr schultern und die fällige Sanierung von 1,6 Millionen Euro schon gar nicht. So stand 2002 die Anlage kurz vor der Schließung. Beherzte Alfer Bürger wie Marion Stone und Heike Steffens starteten eine Initiative zum Erhalt des Bades und gründeten einen Förderverein. Ohne die ehrenamtlichen Arbeitseinsätze der Mitglieder des Fördervereins hätte das Bad schon geschlossen werden müssen. Die Unterhaltungskosten des Bades konnten so minimiert werden. Seit 2004 betreibt der Förderverein das Freibad in Eigenregie.

Neben der Ortsgemeinde beteiligen sich in einer Solidaraktion die Verbandsgemeinde und die Moselgemeinden Pünderich, Bullay, Neef, St. Aldegund und die Stadt Zell an den jährlichen Unterhaltungskosten, die sich um die 50.000 Euro bewegen.

 

Sanierung steht an

Dennoch steht eine Sanierung in naher Zukunft an. Die Becken müssen überarbeitet und die Technik auf den neuesten Stand gebracht werden. "Es liegt auf der Hand, dass wir als kleine Gemeinde die Kosten nicht mehr tragen können. Daher kann eine Sanierung erst dann erfolgen, wenn geklärt ist, wer die Investitionskosten mit übernimmt", sagt Ortsbürgermeisterin Mechthilde Esser bei der Jubiläumsfeier. Sie appellierte an die anwesenden Vertreter des Landtages und der Kommunen, sich für den Erhalt des Alfer Freibades stark zu machen.

"Es geht nicht darum, ein neues Schwimmbad zu bauen, sondern ein bestehendes zu erhalten", betonte sie.

Alternativ wird diskutiert, das bestehende Bad in ein Naturerlebnisbad umzubauen. Auch hier ist mit Kosten von 900.000 Euro zu rechnen.

Die vielen Badegäste kamen an dem hochsommerlichen Jubiläumstag jedenfalls voll auf ihre Kosten. Bei Sport, Spiel und jeder Menge Spaß vergnügten sich Groß und Klein bis in den späten Abend im nassen Element. Der Musikverein Alf und ein Diskjockey sorgten für die musikalische Umrahmung.

Hans Uhrmacher.

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