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Eine Chance sieht auch Karl-Heinz
Simon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell. Die Fördergelder
für das 1971 gebaute Bad sind seit langem beantragt, in Mainz
wurde das Jahr 2007 in Aussicht gestellt. "Auf die Zusage von
damals vertraue ich", sagt Simon. Das Land hält sich bei solchen
Investitionsprgrammen an die Prioritätenliste des Kreises. Auf der
steht das Moselbad Cochem vor dem Freibad Alf.
Geld fehlt vorne und hinten
Doch selbst, wenn das Land in Alf
den finanziellen Rettungsring wirft, fragt sich, wie die kleine
Gemeinde Alf den Eigenanteil und die laufenden Kosten decken will.
Denn das ist das eigentliche Problem, Alf hat seit zehn Jahren
einen unausgeglichenen Haushalt. Die laufenden Kosten verschlingen
jährlich zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Die Betriebskosten teilt
sich die Verbandsgemeinde Zell bereits mit den Moselgemeinde der
VG, ausgenommen Briedel. Was also tun ?
Mechthilde Esser, Bürgermeisterin
von Alf und Vorsitzende des Fördervereins, der seit drei Jahren
Träger des Freibades ist, liebäugelt mit einem Naturbad. "Das wäre
eine Möglichkeit, die Kosten zu senken", sagt sie. Ein solches Bad
braucht weder teure Filteranlagen, noch wird es aufwendig beheizt.
Die Landtagsabgeordnete Heike Raab
(SPD) zieht eine ganz andere Möglichkeit in Betracht: eine
Kooperation aller Bäder im Kreis Cochem-Zell, angefangen von einer
Einkaufsgemeinschaft bis zu einem Personalpool. "Es müsste eine
Schwimmbädergesellschaft Cochem-Zell geben, um die Kosten für alle
niedrig zu halten." sagt sie. "Der Tourismus ist unser größtes
Wertschöpfungspotenzial, deshalb sind alle Bäder wichtig."
Gespräch mit Minister
In einem Gespräch
mit Minister Bruch hat sie vereinbart, nachdem das Bad in Cochem
ausfinanziert ist, das Projekt Alf in einer "gesonderten Planungs-
und Finanzierungsberatung" zu besprechen. Ein Brief an den
Minister ist unterdessen auch von der CDU Cochem-Zell unterwegs.
Direktkandidatin Anke Beilstein fordert Bruch darin auf, "im
Hinblick auf die besondere Situation des Freibades Alf und der
Entwicklung einer einzigartigen Bürgerinitiative das Freibad
ebenfalls in die Förderlisten aufzunehmen." Doch das Engagement
des Landes ist die eine Sache, der Eigenanteil der Gemeinde die
andere - und das größte Problem. Nur wenn dieses Geld gesichert
ist, wird es eine Förderung geben.
In diesem Jahr öffnet das Alfer
Freibad auf jeden Fall wieder. Ob es das letzte Mal sein wird ?
Birgit Pielen |