Rheinzeitung vom 08.03.2004

Das Arrastal geht nicht baden

Gelungener Start für ein beispielhaftes Projekt: Förderverein übernimmt Freibad Alf - Lob von Kreis und Verbandsgemeinde.

Nun ist es soweit: Der Förderverein „Freibad Arrastal“ ist Träger des Freibades in Alf. In einer Feierstunde unterzeichneten Vereinsvertreter sowie die Bürgermeister Karl Heinz Simon und Mechthilde Esser die entsprechende Vereinbarung.

Alf. „Dies ist für Alf und die umliegenden Gemeinden ein großes und besonderes Ereignis“, betonte Landrat Eckhard Huwer in seinem Grußwort im Pfarrheim in Alf. Und in der Tat: Erstmals übernimmt ein privater Träger damit ein Freibad im Kreis und entlastet so die angeschlagenen kommunalen Finanzen. Es ist ein gelungenes Beispiel für ehrenamtliches Engagement der Bürger. Dabei sah es im Frühjahr 2002 noch ganz anders aus. Angesichts der anstehenden hohen Reparaturkosten überlegte die Ge-

 

Freude rundum: Ortsbürgermeisterin Mechthilde Esser (rechts) übergibt den symbolischen Freibadschlüssel an die Vorsitzende des Fördervereins, Marion Stone. Lob für so viel mutiges Engagement gab es (im Hintergrund v. links) von Ballays Ortschef Müller, VG-Bürgermeister Simon, Landrat Huwer und MdL Jullien. Foto: Peter Barzen

meinde, das Freibad im Arrastal zu schließen. Diese Investitionen wie auch das jährliche Defizit von rund 40 000 Euro überstiegen die Finanzkraft der Moselgemeinde. Doch gegen die drohende Schließung wandten sich viele Bürgerinnen und Bürger und sammelten Unterschriften. Nicht nur in Alf, sondern auch in den Nachbargemeinden. Bereits im Mai gründete sich ein Förderverein. Und der beließ es nicht beim Klagen und Protestieren, sondern griff der Kommune tatkräftig und engagiert unter die Arme. Putzkolonnen rückten an, Helfer für den Badebetrieb wurden gestellt. Mehrere Mitglieder des Fördervereins machten eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer. „Ohne die Hilfe des Fördervereins hätten wir in dem heißen Sommer im vergangen Jahr nicht das Bad so lange aufhalten können“, betont Bürgermeisterin Esser. Und dabei entstand die Idee im Förderverein, die Trägerschaft für das Bad ganz zu übernehmen. Eine Idee, die nun nach Verhandlungen mit der Verbandsgemeinde, den umliegenden Kommunen und der eigenen Gemeinde Realität wird.  „Zu diesem Mut kann man dem Förderverein nur gratulieren“, meinte VG-Bürgermeister Karl Heinz Simon. Dies sei ein äußert positives Beispiel einer Eigeninitiative. Und Landrat Eckhard Huwer betonte angesichts der großen Verantwortung und des nicht unerheblichen finanziellen Risikos, die der Verein damit übernimmt: „Hier wird deutlich, wie wichtig für jede Gemeinde ehrenamtliches Engagement ist“. Damit dieses finanzielle Risiko nicht ganz so groß wird, greifen die Kommunen dem Verein ein wenig unter die Arme. Neef, Pünderich, St. Aldegund, Bullay, Alf sowie die Stadt und Verbandsgemeinde Zell beteiligen sich mit einem jährlichen Festbetrag an den Kosten des Freibades. Und bei der Feierstunde im Alfer Pfarrheim, die vom Musikverein Alf musikalisch umrahmt wurde, gab es zudem eine Spende der Raiffeisenbank Zeller Land. Also ein gelungener Start für ein beispielhaftes Projekt. Dennoch bleibt eine Klippe, die noch umschifft werden muss. Demnächst stehen Sanierungskosten von rund einer Million Euro an. Doch da sind sich die Vereinsvorsitzende Marion Stone, Die Bürgermeisterin Mechthilde Esser und VG-Chef Karl Heinz Simon sicher: „Das schaffen wir auch noch“. Angesichts von soviel Zuversicht meinte denn auch CDU-Landtagsabgeordneter Herbert Jullien: „Auf dieses tolle Engagement können die Moselgemeinden zu Recht stolz sein“. Dieter Junker

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