November 2003

Mit viel Engagement Freibad gerettet

Förderverein des Freibads Alf wird jetzt selbst Betreiber / Alle Beteiligten zuversichtlich.

Alf. Als das Freibad Arrastal vor zwei Jahren aus finanziellen Gründen kurz vor der Schließung stand, kämpften engagierte Bürger beherzt um „ihr Freibad“ – erst als Bürgerinitiative, dann als Förderverein (wir berichteten). Nun wagen sie einen weiteren mutigen Schritt: Sie werden selbst Betreiber des Schwimmbads.

„Den Ausschlag gab für uns, dass sich Anfang 2003 plötzlich ein Privatinvestor für das Bad interessierte,“ erinnerte sich Marion Stone, Erste Vorsitzende des Fördervereins. Das Alfer Freibad in fremder hand ? Das wollte der Verein auf jeden Fall verhindern.  „Da haben wir uns gefragt:  Können wir  das nicht  selbst?“.

 

Dank des großen Engagements des Fördervereins und der guten Zusammenarbeit mit Gemeinde und Verbandsgemeinde scheint die Zukunft des Freibads Arrastal vorläufig gesichert. Foto: Peter Barzen.

Übers Internet erkundigen sich die Vereinsmitglieder, ob es andere Fördervereine gibt, die ein Schwimmbad betreiben. In Gemünd bei Schleiden werden sie fündig. Dort ist bereits seit 15 Jahren ein Verein offiziell Betreiber des Schwimmbads – mit Erfolg. „Das hat uns Mut gemacht“. Nach intensiven Gesprächen mit Gemeinde und Verbandsgemeinde wird am 26. Januar der Vertrag unterschrieben: Damit ist der Verein Betreiber des Bades, die Gemeinde bleibt aber weiter Eigentümer. Obwohl sie immer noch für anfallende Reparaturen zuständig ist, wird ihr Haushalt durch die Übernahme entlastet. „Früher lagen die Kosten für das Bad bei rund 40 000 Euro im Jahr, davon bleiben nach der Übernahme noch rund 30 000 bei der Gemeinde, vielleicht in Zukunft etwas weniger“ erklärt Ortsbürgermeisterin Mechthilde Esser. Ein Vorteil für die Gemeinde: Sie arbeitet nun mit besser planbaren Kosten.  „Zuversichtlich“ Mechthilde Esser ist zuversichtlich, dass das Modell „Förderverein als Betreiber“ funktionieren kann. Genau wie Marion Stone. „Dass es klappen kann, haben wir ja in Gemünd gesehen“. Die Vereinsvorsitzende räumt aber ein: „Ganz ohne Zuschuss geht es nicht.“ Daher zahlt die Gemeinde freiwillige einen Zuschuss zu den Personalkosten, denn größter Kostenfaktor für  den neuen Betreiber ist der Bademeister. „Der wird künftig nur noch für die Saison eingestellt, nicht mehr fürs ganze Jahr“, so Stone. „Am wichtigsten ist bei uns aber das Ehrenamt“. Schon vor der Übernahme hat der 180 Mitlieder starke Verein Tausende von Arbeitsstunden in das Freibad investiert. In Reinigung, Grünanlagenpflege, Benefiz-Konzerte mit Mitternachtsschwimmen. Einige Mitglieder haben sogar extra das Rettungsschwimm-Abzeichen gemacht, um die Wasseraufsicht ehrenamtlich übernehmen zu können. Um das Bad „sommerfit“ zu machen, stehen ab März Maßnahmen wie der Austausch durch Frost geplatzter Kacheln auf dem Programm. Eine offizielle Schlüsselübergabe an den neune Betreiber findet am Freitag, 05. März, 19.00 Uhr im Pfarrheim statt. Wer Mitglied des Fördervereins werden möchte, bekommt Infos unter Telefon 06542/962025.

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