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gem vergeblich von einem ausgeglichenen
Verwaltungshaushalt. Dicker Negativposten: das Freibad mit einem
durchschnittlichen jährlichen Defizit von 40 000 Euro. Außerdem
standen Sanierungen an. Ortsbürgermeisterin Mechthilde Esser: “Wir
hatten aber noch nicht einmal mehr Geld, um eine neue Bank zu
kaufen.“ „Wir machen das Bad im Sommer nicht mehr auf“, war denn
auch der Tenor in einer legendären Ratssitzung im April 2002.
Legendär deshalb, weil sie zu einer Protestkundgebung der Bürger
wurde. Nicht nur aus Alf, auch aus den Nachbargemeinden kamen
Eltern mit ihren Kindern, sogar ganze Schulklassen, um das
Ergebnis einer Unterschriftenaktion „pro Freibad“ vorzutragen.
Doch statt nur zu jammern und von der finanzschwachen Gemeinde
Leistungen einzufordern, griffen einige der „Demonstranten“ zur
Eigeninitiative. Sie machten den Räten einen zukunftsweisenden
Vorschlag: „Wir sorgen dafür, dass das Bad rentabler wird.“ Der
Rat ließ sich durch diese Ankündigung umstimmen, bemühte sich
anschließend mit Erfolg, die Nachbargemeinden finanziell mit ins
Boot zu nehmen und wehrte so in Teamarbeit mit dem neu gegründeten
„Förderverein Freibad Arrastal“ die Schließung der Freizeitanlage
ab. Schon im Sommer 2002 rückten die ersten ehrenamtlichen
„Putzkolonnen“ im Bad an. Hecken schneiden, Rasen mähen, Becken
säubern – für den damals noch festangestellten Schwimmmeister eine
Riesenerleichterung. Durch den Erfolg ihrer Arbeit motiviert,
reifte bei den Fördervereins-Mitgliedern nach Saisonschluss die
Idee. Warum nicht das Freibad ganz in Eigenregie übernehmen?
Vorsitzende Marion Stone erinnert sich.“ Wir wälzten Bilanzen,
brüteten über Kalkulationen. Zum Schlüsselerlebnis aber wurde ein
Besuch beim Förderverein in Gemünd/Eifel, der das dortige Bad
schon seit Jahren betreibt.“ So ermutigt, entschied der inzwischen
180-köpfige Bad-Retter-Verein, das Projekt zielstrebig anzugehen
und mit den Kommunen in die Vertragsverhandlungen einzutreten. Das
Dokument, so hofft Marion Stone, wird im Januar 2004 von allen
Beteiligten unterzeichnet. Der Sommer 2003 wurde zum
vielversprechenden Probelauf. Alf stellte erstmals keinen eigenen
Bademeister mehr ein. Die Arbeit teilten sich ein Schwimmmeister
aus Zell – eine „Leihgabe“ des dortigen Erlebnisbades – und zur
Badeaufsicht berechtigte DLRG-Rettungsschwimmer, die der
Förderverein eigens ausbilden ließ. Die Ehrenamtlichen erledigten
ansonsten alles rund ums Bad. Krankenschwester, Hausfrauen,
Polizisten griffen zum Spachtel, wenn´s was auszubessern galt,
verkauften Karten, entsorgten Müll, schrubbten Toiletten,
leisteten insgesamt Tausende von unentgeltlichen Arbeitsstunden.
Das Resultat ist bemerkenswert. Nicht nur dank des Superwetters
können sich die Bilanzen des Freibades erstmals in dessen
22-jähriger Geschichte sehen lassen. Ortsbürgermeisterin Esser
atmet erleichtert auf: „Mein größtes Sorgenkind ist jetzt offenbar
in guten Händen“. Damit für den neuen Trägerverein das finanzielle
Risiko nicht zu groß wird, greifen ihm die Kommunen stützend unter
die Arme. Neben Alf wollen sich wie schon in diesem Jahr auch
zukünftig die Nachbargemeinden Neef, St. Aldegund, Bullay und
Pünderich sowie die Stadt und Verbandsgemeinde Zell mit einem
jährlichen Festbetrag an den Kosten fürs Freibad beteiligen. In
Briedel steht ein entsprechender Ratsbeschluss bislang noch aus.
Marlies Wehner |