April 2003

Freibad vor dem Absaufen retten

Betriebskosten der Anlage im Alfer Freibad Arrastal sollen aufgeteilt werden – VG Rat Zell beschloss Konzept – Briedel scherte aus

Der schlimmste Fall für ein Freibad tritt ein, wenn die Betreiber auf dem Trockenen sitzen. Im Alfer Freibad Arrastal wäre dieser Fall im vergangen Jahr fast eingetreten. Um dies kurz vor Beginn der neuen Saison zu verhindern, bastelten die Fraktionen im Verbandsgemeinderat Zell an einer Vereinbarung, damit die Betriebskosten gestemmt werden können und das Bad nicht dem Untergang geweiht ist. Jedoch kommt erster Gegenwind aus Briedel.

Zell. Viele Hände und Köpfe arbeiten daran, dass das beschauliche Freibad im Alfer Arrastal erhalten werden kann. Der Förderverein sammelte  4000 Unterschrif-

 

Ausflugsmagnet im Sommer. Das Arrastal-Bad in Alf. Wie alle Schwimmbäder hat es hohe Betriebskosten. Foto. Archiv

ten für die Weiterführung und leistete bis heute 1800 Arbeitsstunden im Bad. Und nun soll eine öffentlich-rechtlicheVereinbarung zwischen der Verbandsgemeinde, der Gemeinde Alf und den anrainenden Moselgemeinden die mittelfristige Zukunft des Bades sichern helfen. Einstimmig beschloss der Verbandsgemeinderat, dass eine Vereinbarung fixiert werden soll, der zu Folge die Betriebskosten solidarisch aufgeteilt werden.

Vorlage revidiert

Per Festbetrag hatten sich die Verbandsgemeinde (13 300 Euro in 2003) und die Moselgemeinden Bullay (3000 Euro), Zell (2100 Euro), St. Aldegund (2100 Euro), Briedel (2100 Euro) und Pünderich (2100 Euro) zu je einem Drittel an den zu erwartenden Betriebskosten beteiligen sollen. Alle Kosten darüber hinaus trägt die Gemeinde  Alf, die zunächst Eigentümerin des Freibades bleiben wird. Doch kurz vor der Ratssitzung musste Vorlage revidiert werden: Briedels Gemeinderat scherte aus und ersagte die Unterstützung. Ortsbürgermeister Norbert Schneiders gab den Tenor in „seinem“ Rat wieder: Es sei die Frage aufgekommen, weshalb die Gemeinden, „die näher dran liegen wie Reil, Kinderbeuern und Bremm“ nicht zur Kasse gebeten würden. Für Hans Schwarz (FWG Zeller Land) schlicht ein durchsichtiges Manöver: „ Ein reines Kirchturmdenken. Denn wie soll man die Nachbar-Verbandsgemeinden ins Boot nehmen, die doch selber ihre Bäder unterhalten müssen?“ Bürgermeister Karl Heinz Simon appellierte an alle Verantwortlichen, dass dem Alfer Bad „nicht der Todesstoß“ versetzt werde. Das arrasbad spiele im Tourismus als Ausflugsziel eine wichtige Rolle und sei für die Wirtschaftskraft der VG bei 450 000 Übernachtungen von hoher Bedeutung. Simon sieht in der Übernahme der Betriebskosten ein Einstieg in einen künftige Sanierung, für die ab 2007 Zuschüsse zu erwarten sind. Die Komplettsanierung, zu der noch kein Konzept ausgearbeitet ist, umfasse ein Volumen von rund 920 000 Euro. Der Alfer Förderverein erarbeitete im Übrigen ein Konzept, mit dem er als Betreiber einspringen könnte. In diesem Jahr will er durch eigenes Aufsichtspersonal die Bademeister unterstützen und 2004 möglicherweise den Betrieb übernehmen. „Das ist ein Modellprojekt, mit dem man die Kosten senken und das Bad erhalten könnte“, lobte Bullays Ortsbürgermeister Matthias Müller. Insgesamt, so Müller müssten die Moselgemeinden „vernetzt denken und arbeiten“, ähnlich wie bei den Gemeinschaftsprojekten Calmont oder dem eisenbahnhistorischen Wanderweg. Verschiedene Sprecher betonten, dass von dem Ratsbeschluss ein Signal ausgehen müsse, durch den die Gemeinden ermuntert würden dem Arrasbad den Rücken zu stärken. Eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 4800 Euro wurde beschlossen und die Verwaltung beauftragt, eine Vereinbarung auch dann abzuschließen, wenn nicht alle im Vertragsentwurf genannten Parteien mitzögen. Dabei bleibt der Kostenbeitrag für alle – außer Alf – fix. CDU-Fraktionsvorsitzender Herbert Jullien regte an, mit den umliegenden Gemeinden aus den Nachbar-VGs in Verhandlungen einzutreten. Ob diese ihr Scherflein zum Arrasbad beitragen werden, erscheint jedoch eher unwahrscheinlich. Thomas Brost

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