März / April 2002

Alfer Freibad bleibt vorerst offen

 Moselgemeinden des Zeller Landes signalisierten Bereitschaft einer finanziellen Beteiligung – Rat für Fortbestand.

Am Fortbestand des Freibades Alf ließen die Ortsbürgermeister der Moselgemeinden des Zeller Landes im Rahmen einer eigens einberufenen Besprechung mit dem Rat der Gemeinde Alf keine Zweifel aufkommen. Über Möglichkeiten einer finanziellen Beteiligung soll alsbald in den Gremien der betreffenden Gemeinden entschieden werden.

Alf. Die mit rund 500 000 Euro verschuldete Gemeinde Alf sieht sich außer Stande, die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten am Freibad „Arrastal“ in Höhe von 900 000 Euro aufzubringen. An dem 1981 in Betrieb genommenen Freibad nagt der Zahn der Zeit. Die Technik entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Becken- und Randfließen  zeigen Risse und müssen er-

 

Eine Bürgerinitiative startete einen Aufruf zum Erhalt des Alfer Freibades. Bis heute wurden über 1420 Unterschriften gesammelt, die an Ortschefin Mechthilde Esser übergeben wurden.

neuert werden. Trotz jährlicher Besucherzahlen von 20 000 Badegästen fallen pro Jahr Folgekosten um die 25 000 Euro an. „Wir können die Kosten nicht mehr schultern und bitten um ihre Mithilfe“ sagte Ortschefin Mechthilde Esser.

Nach einer Weile betretenes Schweigens teilte Bürgermeister Karl Heinz Simon mit, dass seitens der Verwaltung bereits im vergangenen Jahr Anträge auf eine höchstmögliche Förderung gestellt wurden. Eine Entscheidung stehe noch aus.  „Sollten die beantragten Fördermittel bewilligt werden, verbliebe nach Abzug aller maximalen Landes- und Kreiszuwendungen immer noch ein Eigenanteil von 300 000 Euro“, so Simon.

Konkreter wurde da schon Bullays Ortsbürgermeister Matthias Müller. Er legte einen 7-Punkte-Plan vor, der auf breite Zustimmung stieß:

1.

Die Gemeinde Alf zahlt als Anteil für den gebauten Hochwasserschutz einen Betrag von 50 000 Euro an die Verbandsgemeinde.

2. Die Verbandsgemeinde Zell betreibt das Erlebnisbad und das Freibad Alf im Rahmen einer GmbH mit dem vorhandenen Personal.
3. Die Moselgemeinden übernehmen das Freibad entweder im Rahmen eines Zweckverbandes  oder einer GmbH. Diese Besitzgesellschaft nimmt ein Darlehen zur Finanzierung des Freibades Alf auf. Die Besitzgesellschaft vermietet das Freibad an die Betreibergesellschaft, die Bäder GmbH der Verbandsgemeinde Zell. Diese zahlt Mieten an die Besitzgesellschaft. Von diesen Mieten werden Zins und Tilgung des Darlehens teilweise bestritten. Die Restkosten werden durch Einnahmen des Fördervereins bzw. die Beteiligten Gemeinden aufgebracht.
4. Es wird ein gemeinnütziger Förderverein für das Freibad Arrastal gegründet. Durch Beiträge und Spenden (steuerlich abzugsfähig) werden jährlich Beträge zur Unterstützung des Freibades  gesammelt. Die Mitglieder erhalten Vorteile beim Besuch des Freibades.
5. Die Kosten der Sanierung des Freibades werden auf das absolute Notwendige gekürzt.
6. Das Freibad Alf soll in diesem Jahr, falls irgend möglich, offen gehalten werden, wobei insbesondere Einsparungen im Personalbereich vorzunehmen sind.
7. Bis Ende des Jahres 2002 soll geprüft werden, ob das vorstehende Konzept politisch durchsetzbar und finanziell tragfähig ist.

Dieses Konzept sowie ein Finanzierungsvorschlag sollen nun Grundlage für die Beratungen in den einzelnen Ortsgremien sein. Nach dieser Berechnung kämen nach einem Verteilerschlüssel auf Alf, Bullay und die Stadt Zell Kosten von jährlich 2 900 Euro zu und auf die Gemeinden St. Aldegund, Neef, Briedel und Pünderich je 1 450 Euro. „Mit der Zahlung eines Anteils für den Hochwasserschutz wird ein positives Signal gesetzt, Vielleicht gelingt es uns, auch die Hunsrückgemeinden mit ins Boot zu holen“, erklärte Briedels Ortschef  Norbert Schneiders. „Mit diesen Zahlen lässt sich leben“, sagte Neefs Ortsbürgermeister Winfried Scheid. „ Die Finanzierung für die Nachbargemeinden hält sich in erträglichen Rahmen. Es liegt an uns, für eine positive Stimmung in den Gemeinden zu sorgen“, erklärte Helmut Gietz aus St. Aldegund.

Im Anschluss an die konstruktiv verlaufende Gesprächsrunde fasste der Alfer Rat im proppenvollen Pfarrheim den einstimmigen Beschluss, wonach die notwendigen sicherheitstechnischen Sanierungen kurzfristig und preisgünstig durchgeführt werden. Zudem wird die Ortsbürgermeisterin beauftragt, die aufgenommen Gespräche mit den Bürgermeisterkollegen sowie der Verwaltung wegen der Finanzierung sowie der Betriebsträgerschaft fort zu setzen. In diesem Zusammenhang signalisierte der Gemeinderat

 

auch Gesprächsbereitschaft über die Mitfinanzierung der Hoch-wasserschutzmaßnahme. Lautstarker Applaus der Besucher machten sich nach den Entscheidungen breit. Spontan arrangierten die Bürger eine Sammlung zur Erhaltung ihres Freibades, die ein Ergebnis von

Verhaltener Optimismus bei den Ortsbürgermeistern Helmut Gietz, Raimund Schmittt, Matthias Müller, Norbert Schneiders, Winfried Scheid, Jürgen Bamberg (hinten v. links), Mechthilde Esser und VG-Chef Karl Heinz Simon. Fotos: Hans Uhrmacher

 

444 Euro erbrachte.

Hans Uhrmacher

Fenster schließen